Freiheit

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Kahlschlag bei der sda

Ein gefährliches Spiel mit der Sicherheit der Bevölkerung

Alle beklagen die Zunahme der Gerüchte und Fake News. Und genau in diesem Moment droht mit dem massiven Personalabbau bei der Schweizerischen Depeschenagentur (sda), einem der wichtigsten und bisher zuverlässigsten Nachrichtenlieferanten für die Schweizer Medien, der Informationshahn zugedreht zu werden.

In freien Ländern sind Medien in der Regel privatwirtschaftliche Unternehmen.*) Das gilt nicht nur für Zeitungen, sondern auch für Nachrichtenagenturen. Natürlich schliessen sich Verlage zusammen oder stellen Publikationen ganz ein, weil sie sich nicht mehr finanzieren lassen.

Das gilt grundsätzlich auch für Nachrichtenagenturen. Natürlich muss eine Agentur wirtschaftlich arbeiten und ihre Kosten einspielen. Aber was jetzt einzelne Aktionäre der sda von sich geben (und zwar unter dem Titel der Freien Wirtschaft), ist unerträglich.

Unerträgliche Verlogenheit

Populistische Medien wie der Tages-Anzeiger werden nicht müde, von den Unternehmern soziale Verantwortung zu fordern. Selbst sehen sie das offenbar nicht so eng. LIeber bauen sie offenbar im Hinterzimmer mit andern Zeitungen neue eigene Strukturen auf, die aus fragwürdigsten Quellen (Paradise Papers lässt grüssen) medienwirksame Pseudoinformtionen kreieren.

Arbeitsplätze sind wichtig

Was den Kampf für die Arbeitsplätze angeht, ist das nicht die Aufgabe von Alarm!, sondern der Gewerkschaften und der Parteien.

Und wer sorgt für die Information der Bevölkerung in ausserordentlichen Lagen?

Was Alarm! hier anprangert, betrifft die sichere und zuverlässige Information der Bewohner unseres Landes. Es ist nach meiner Beurteilung grobfahrlässig bis kriminell, in Zeiten, in denen jeder und jede die Diktatur der Fake News beklagt, eines der letzten zuverlässigen Organe einer freien und unabhängigen Berichterstattung für die Schweiz zutode zu sparen.
Wer jetzt die sda zutode spart, überlässt das Informationsmonopol in Zukunft Staatsmedien wie RT deutsch und unkontrollierbaren «social media». Das ist ein Frontalangriff auf das Recht der Bevölkerung auf zuverlässige Information.

Rodolfo Keller, Chefredaktor


*) Der Fall Billag/SRG ist ein Spezialfall, der hier nicht zur Diskussion steht.

(Bild: obs/sda)
(Veröffentlicht/zuletzt geändert: 1. Februar 2018)

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