Panik/Menschenmassen

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Richtiges Verhalten bei Massenveranstaltungen

Erster Grundsatz: Freuen Sie sich über das Fest, haben Sie keine Angst.

Zweiter Grundsatz: Seien Sie trotzdem vorsichtig. Veranstaltungen mit sehr vielen Menschen können eine gefährliche Dynamik entwickeln – denken wir nur an die Loveparade 2010 in Duisburg mit 21 Toten.

Drittens: Machen Sie sich vor der Veranstaltung
ein paar Gedanken zu Ihrem persönlichen Verhalten.

Fühle ich mich wohl in einer grossen Menschenmenge? Kriege ich vielleicht Atemnot? Manche Veranstaltungen haben ihren Reiz gerade in der Masse, aber wenn Ihnen das nicht gefällt, besuchen Sie Grossveranstaltungen lieber in Randzeiten.

Kleine Kinder: kann ich sie im Notfall unbeschadet wegbringen? Geraten eventuell sie in Panik? Kinderwagen sind in Menschenmassen nicht nur ein Hindernis, sondern eine Gefahr. Vor allem für die Kinder im Wagen. Ein Kinderhütedienst kostet weniger als ein totes Kind.

Falls Sie ihre Kinder überhaupt mitschleppen müssen: schreiben Sie ihm Ihre Telefonnummer auf einen  Zettel oder auf ein Armband. 

– Falls Sie ein verlassenes Kind finden, rufen Sie die Polizei 117 an und bleiben Sie beim Kind.

Hunde: haben auf Massenveranstaltungen überhaupt nichts zu suchen.

– Benutzen Sie wenn immer möglich Bus, Bahn, Tram oder sonstige öffentliche Verkehrsmittel. Parkplätze sind meistens rar und immer sauteuer. Und für Alkoholkontrollen der Polizei sind solche Veranstaltungen natürlich ein gefundenes Fressen.

– Und: nehmen Sie sich Zeit für die Heimreise. In der ersten Zeit nach dem Ende einer Veranstaltung herrschen meist ein übermässiges Gedränge und lange Wartezeiten. Ein bisschen warten, und dann wird es ganz leicht. 

– Falls Sie mit dem Velo kommen: Deponieren Sie es ausserhalb des Festgeländes. Im Notfall kommen Sie damit aus dem Festgelände nicht mehr weg, und es kann zusätzlich zu gefährlichen Situationen führen. Fahrräder sind beliebte Wurfgeschosse bei Krawallen.

Alkohol und andere Drogen sind eine Realität. Denken Sie dabei weniger an Verbote – von denen gibt es jede Menge – als vielmehr an Ihre persönliche Gesundheit. Trinken Sie genügend Wasser, vor allem bei hohen Temperaturen und intensiver Sonne. Es gibt auch Mineralwasser und alkoholfreies Bier, das gut schmeckt.

– Tragen Sie eine passende Kleidung, vermeiden Sie feuergefährliche Gewebe. High heels brechen im dümmsten Moment. Sneekers sind hässlich, aber sie schützen zumindest vor Verletzungen (Glasscherben). Sandalen sind besser als barfuss. Schönheit ist gut, Gesundheit ist besser.

– Grossveranstaltungen sind ein Eldorado für Diebe und andere Gauner. Nehmen sie nur ein Minimum an Bargeld mit, möglichst in Innentaschen ihrer Kleidung – das gilt auch fürs Handy. Tragen Sie möglichst keinen sichtbaren Schmuck (Halsketten, Armbänder). Entreissdiebstähle sind beliebt – an der Streetparade 2017 in Zürich wurde sogar Pfefferspray eingesetzt. Behalten Sie ihre Tasche immer im Auge, legen Sie sie nie einfach irgendwo ab. Rucksäcke sind gemäss Empfehlung der Polizei eher ungeeignet. Zudem sind sie bei vielen Veranstaltungen (Konzerte) zunehmend verboten.

– Behalten Sie die Entwicklung und Bewegung von Menschenmassen im Auge, identifizieren Sie schon im Voraus mögliche Engstellen

– Wenn in der Menge Feuerwerk entzündet wird, entfernen Sie sich langsam und ruhig. 

– Überlegen Sie sich schon vorher, in welcher Richtung Sie sich entfernen könnten/möchten.

Springen Sie nie von einer Brücke – das ist extrem gefährlich: Sie können auf Boote knallen (jüngst am Bielersee passiert), Untiefen sind von oben nicht zu erkennen, Alkohol reduziert die Reaktionsfähigkeit, der Temperaturschock kann tödlich sein.

Folgen Sie Aufforderungen der Polizei oder von Hilfsdiensten (Feuerwehr, Sanität), auch wenn deren Sinn eventuell nicht auf Anhieb ersichtlich ist. Es könnte sein, dass sie über mehr Informationen verfügen als Sie.

– Manche Veranstalter veröffentlichen eigene Sicherheitshinweise (z.B. Streetparade: http://www.streetparade.com/content/?lang=de-de&id=1&content=91&main=91&main=18). Manchmal hat es auch Hinweise auf Tickets oder Festprogrammen. Sie sind nicht immer wirklich brauchbar, aber schauen Sie sich die entsprechenden Hinweise trotzdem an.

Klüger zu werden, hat noch nie geschadet

– Bei medizinischen Notfällen (Telefon 144) sind folgende Angaben wichtig:

Wer ruft an ? (inklusive Telefonnummer für evtl. Rückrufe)
Wo ist es passiert? (Ort, Strasse/Hausnummer, Tramhaltestellen, markante Gebäude/Geschäfte etc.)
Was ist geschehen (genaue, kurze Beschreibung)?
Wann ist es geschehen?
Wie viele Personen sind betroffen?

(Veröffentlicht/zuletzt geändert: 31. Juli 2013 / 12. November 2019)

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