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Den Datensammlern auf die Finger schauen

«Meine Daten gehören mir – jetzt erst RECHT!»

Mit der Einführung der europäischen Datenschutzverordnung DSGVO wurde den Bürgern viel Sicherheit versprochen. Die Durchsetzung ist allerdings schwierig. Doch jetzt macht Liechtenstein Nägel mit Köpfen.

«Jede Person hat das Recht auf Schutz der sie betreffenden personenbezogenen Daten.» So ist es seit 2009 in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verankert. Aber wie sieht es in der Realität aus? Datensammeln ist mittlerweile für viele Unternehmen zum Geschäftsmodell geworden. In unserer digitalen Welt ist es für den Einzelnen kaum möglich, sich dieser «Sammelwut» zu entziehen und seine Rechte wie Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung, Datenübertragbarkeit und Widerspruch entsprechend geltend zu machen.

Die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die seit 2018 ebenfalls in Liechtenstein gilt, soll hier den Riegel vorschieben und die Betroffenenrechte der Bürger stärken. Sie beschäftigt seither Behörden, Unternehmen und Privatpersonen gleichermassen.

Wie können betroffene Personen ihre konkreten Rechte wahrnehmen?

Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich der 13. Europäische Datenschutztag, der am Dienstag, 29. Januar 2019, im Vaduzer Saal stattfindet. Hauptreferent ist der wissenschaftliche Leiter und Miteigentümer des Forschungs- und Beratungsunternehmens Research Institute – Digital Human Rights Center, Christof Tschohl. Der Ingenieur der Nachrichtentechnik und promovierte Jurist mit Spezialisierung auf Grund- und Menschenrechte in der Informationsgesellschaft hat langjährige Erfahrung in der Beratung bei der Umsetzung von Datenschutzanforderungen und als Vortragender an Universitäten im In- und Ausland.

Ausserdem ist er Gründungs- und Vorstandsmitglied der neuen Datenschutzorganisation «noyb.eu». Die Abkürzung steht dabei für «none of your business», d.h. «geht Dich nichts an». Sein Partner ist der Datenschutzaktivist Max Schrems, der durch seine Klagen gegen Facebook und das daraus folgende Aus für «Safe Harbor» bekannt wurde.

Privatsphäre schützen – Stärkung der Betroffenenrechte

Das Ziel von noyb ist es, die Betroffenenrechte durchzusetzen und vor allem gegen jene Unternehmen vorzugehen, die Datenmissbrauch als Geschäftsmodell betreiben. Mit einem Team qualifizierter Juristen und IT-Experten bietet «noyb.eu» sammelwütigen Internet-Giganten wie Facebook, WhatsApp, Instagram und Google die Stirn. Tschohl wird am Datenschutztag unter anderem über laufende Beschwerdeverfahren berichten.

Der Impulsvortrag beschäftigt sich vor allem mit den Möglichkeiten und Hürden für Privatpersonen bei der Durchsetzung ihrer Grundrechte und geht dabei auch auf offene Rechtsprobleme ein, deren Klärung durch die Höchstgerichte in Europa von «noyb.eu» vorangetrieben wird.

Im Anschluss diskutieren Experten aus IT, Wirtschaft und Wissenschaft in einem Podium unter der Leitung von Moderatorin Carmen Dahl die aufgeworfenen Fragen unter Einbezug des Publikums.

Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Privatpersonen, aber auch an Unternehmen.

Alle Interessierten sind im Namen der Datenschutzstelle Liechtenstein eingeladen, am Datenschutztag vom 29. Januar im Vaduzer Saal teilzunehmen. Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr und dauert rund zwei Stunden. Im Anschluss an den offiziellen Teil können sich Referenten und Besucher in der ungezwungenen Atmosphäre eines Apéros weiter über die Thematik des Datenschutztages austauschen.

Der Eintritt ist frei. Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung bis zum 25. Januar erforderlich. Anmeldung sowie Details zum Programm: www.datenschutzstelle.li

(Quelle: ikr)
(Veröffentlicht/zuletzt geändert: 22. Januar 2019)
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Was ist der «Verein Sicheres Liechtenstein» ?Verein Sicheres Liechtenstein Logo

Gemeinsame Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind für ein sicheres Liechtenstein notwendig. Der «Verein Sicheres Liechtenstein» (VSL) ist aus der Überzeugung entstanden, dass man die Fragen der öffentlichen Sicherheit (von der Kriminalität bis hin zu Sicherheitsvorkehrungen in allen Lebensbereichen) nicht einfach staatlichen bzw. öffentlichen Instanzen überlassen kann. Seit seiner Gründung im Jahre 2008 hat der Verein zahlreiche Diskussionsveranstaltungen organisiert. Aktuelle Fragestellungen allgemeinen Interesses rund um das Thema Sicherheit werden offen debattiert. Weitere Infos unter: www.vsl.li   

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